Die Wanderschuhe stehen wieder im Flur, der Rucksack ist ausgepackt und der Alltag läuft längst wieder an. Trotzdem ertappe ich mich immer noch dabei, wie ich morgens kurz überlege, auf welcher Hütte ich eigentlich gerade aufwache und wie viele Höhenmeter heute anstehen. 28 Tage war ich zwischen Salzburg und Triest unterwegs. Dass die Beine das mitmachen, dass der Rücken die Last klaglos trägt und man einfach jeden Tag wieder losläuft – das ist rückblickend das, was mich am meisten beeindruckt. Man traut sich oft weniger zu, als der eigene Körper eigentlich kann, wenn man ihm einfach Zeit gibt, sich an den Rhythmus zu gewöhnen. Ein großes Danke geht an alle, die mich über Instagram und WhatsApp begleitet haben. Es hat erstaunlich viel Kraft gegeben, abends auf der Hütte die Nachrichten zu lesen, Fragen zu beantworten oder einfach zu wissen, dass zu Hause Leute mitfiebern. Ganz allein war ich dadurch eigentlich nie.
Die Begegnungen unterwegs
Menschen, die zunächst fremd waren und mit denen ich plötzlich ein Stück Weg, eine Hütte oder ein Abendessen teilte. Manche begleiteten mich nur ein paar Stunden, andere über mehrere Tage oder sogar eine Woche. Mit Gleichgesinnten sprach ich darüber, wann wir am besten aufbrechen sollten, um möglichen Gewittern am Nachmittag zuvorzukommen, und tauschte mich über besonders schöne Etappen aus. Gerade diese gemeinsame Zeit unterwegs hat die Tour besonders gemacht.
Auch die Tiere der Alpen gehören zu den Erinnerungen, die bleiben: Murmeltiere, Steinböcke, Kühe, Schafe, Esel und Pferde. Mal ganz nah, mal nur aus der Entfernung – aber immer wieder besondere Begegnungen am Wegesrand.
Und dann das Meer
Am 28. August stand ich schließlich am Mittelmeer in Triest. Klar ist das ein starkes Gefühl, wenn man nach vier Wochen plötzlich das Meer riecht. Aber je weiter die Tour voranschritt, desto unwichtiger wurde dieses Ziel eigentlich. Was hängen bleibt, sind die kühlen Morgenstunden vor dem ersten Anstieg, der harzige Duft der Nadelwälder, die einfachen Mahlzeiten auf der Hütte und die Ruhe am Abend. Es bleiben die atemberaubenden Landschaften der Alpen, die langen Täler, die hohen Gipfel und die Wege durch Fels, Wald und Wiesen. Und es bleiben vor allem die Menschen und Begegnungen, die aus einer langen Wanderung viel mehr gemacht haben als eine Strecke von Salzburg bis Triest. Man muss dafür weiß Gott keine Alpen überqueren. Wer wissen will, wie sich dieser Kopf-Reset anfühlt, packt sich einfach für zwei Tage einen Rucksack und läuft von Hütte zu Hütte – völlig egal ob im Allgäu, im Schwarzwald oder in den Voralpen. Es geht nur darum, den gewohnten Trott zu unterbrechen und einen Schritt vor den nächsten zu setzen.
Ausblick: Kalender 2027 & Vortrag buchen
Damit die Festplatte nicht der einzige Ort bleibt, wo die Reise weiterlebt, sitze ich gerade an zwei Projekten:
➜ Wandkalender 2027: Ich wähle gerade zwölf Motive aus, die mir unterwegs besonders am Herzen lagen. Keine gestellten Hochglanz-Prospekte, sondern echte Momente und Stimmungen aus den Bergen. Wenn ihr ein Exemplar an eurer Wand haben wollt, schreibt mir einfach kurz eine Nachricht.
➜ Bildervortrag: Ich möchte die Geschichten hinter der Tour gerne persönlich erzählen. 28 Tage, rund 550 Kilometer, Pleiten, Wetterumschwünge, besondere Begegnungen und die schönsten Ecken zwischen Österreich, Slowenien und Italien. Wenn ihr einen Verein, ein Event oder einen Raum habt und Interesse an einem Vortrag besteht, meldet euch gern bei mir.
Danke fürs Dabeisein auf diesem Weg – jetzt geht’s ans Sortieren, Ankommen und Pläneschmieden für das nächste Mal.
Martin